Neues Beratungsangebot schließt Lücke

 

Eröffneten offiziell die Teilhabeberatungsstelle Hamm: (von links) Jennifer Buhla, Roswitha Schürmann von der Freiwilligenzentrale Hamm, Monika Dirks, Seyran Yilmaz, Frank Schulte, Kathrin Kaleck, Rainer Berges, Silke Richwien, Wolfgang Müller, vkm-Vorsitzender Gerrit Lehmann und Isa Topak vom Verein zur Selbsthilfe Behinderter und Nichtbehinderter türkischer Mitbürger Hamm. – Foto: KottmannEröffneten offiziell die Teilhabeberatungsstelle Hamm: (von links) Jennifer Buhla, Roswitha Schürmann von der Freiwilligenzentrale Hamm, Monika Dirks, Seyran Yilmaz, Frank Schulte, Kathrin Kaleck, Rainer Berges, Silke Richwien, Wolfgang Müller, vkm-Vorsitzender Gerrit Lehmann und Isa Topak vom Verein zur Selbsthilfe Behinderter und Nichtbehinderter türkischer Mitbürger Hamm. – Foto: KottmannDer Bedarf ist bereits seit längerem groß – nun verfügt Hamm auch über eine eigene Anlaufstelle für Menschen mit und ohne Behinderungen und deren Angehörige, die sich dort kostenlos in allen Fragen zur Rehabilitation und Teilhabe beraten lassen können. Die drei Mitarbeiterinnen der einzigen Teilhabeberatungsstelle in Hamm, die zunächst im Universa-Haus in den Räumlichkeiten der Freiwilligenzentrale an der Südstraße 29 zu finden ist, beraten in deutscher und türkischer Sprache und auf Wunsch auch mit Gebärdendolmetscher.

Zudem wird auch eine aufsuchende Beratung angeboten oder Ratsuchende werden bei ihren Behördengängen oder Angelegenheiten begleitet. Gemeinsam mit Vertretern verschiedener Ämter, der Kooperationspartner und den drei neu eingestellten Mitarbeiterinnen wurde die Beratungsstelle, die sich seit Anfang April im Aufbau befindet, nun offiziell eröffnet.

Eine Stelle für ergänzende unabhängige Teilhabeberatung gibt es nun auch in Hamm.Eine Stelle für ergänzende unabhängige Teilhabeberatung gibt es nun auch in Hamm.Seit Januar 2018 wird ein durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) finanziertes Netzwerk von 400 Beratungsstellen der „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“ aufgebaut. Als Anlaufstelle in Hamm wurde der vkm Hamm e. V. in Kooperation mit der Selbsthilfe-Kontaktstelle Hamm und dem Verein zur Selbsthilfe Türkischer Mitbürger ausgewählt. Ziel der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) ist es, Menschen mit Behinderung und von Behinderung bedrohte Menschen darin zu bestärken, ihre Rechte auf Selbstbestimmung, auf eigenständige Lebensplanung und individuelle Teilhabeleistungen verwirklichen zu können. Wichtig dabei: Die Beratung durch Silke Richwien, Kathrin Kaleck und Seyran Yilmaz ist kostenlos. Die Themen sind dabei vielfältig, sie berät im Vorfeld der Beantragung von Leistungen, wie beispielsweise einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation und der Zuständigkeit der Rehabilitationsträger. Die Beratung soll helfen, selbstbestimmt leben zu können. Beraten wird zu allen Fragen rund um das Thema Teilhabe, wie beispielsweise der Teilhabe am Arbeitsleben. Teilhabe am Arbeitsleben heißt, Möglichkeiten beruflicher Perspektiven zu entdecken, den passenden Arbeitsplatz zu finden und zu erhalten.

„Kein vergleichbares Angebot“

Wolfgang Müller, Leiter des Amtes für Soziale Integration, äußerte sich sehr positiv über das neue Beratungsangebot: „Wir freuen uns sehr, dass es die Teilhabeberatungsstelle nun an diesem Standort gibt. Diese wird das Gebäude sicher zusätzlich beleben.“ Dies bestätigte auch Frank Schulte aus fachlicher Sicht: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Wir haben auch seitens der Verwaltung ein großes Interesse, dass diese gut funktionieren wird. Bisher gab es kein vergleichbares Angebot“, so der Leiter des Amtes für Soziales, Wohnen und Pflege, der betonte, dass die Zusammenarbeit mit allen Trägern sehr wichtig sei, da jeder seine ganz eigenen Stärken habe. So passte es gut, dass vkm-Geschäftsführerin Jennifer Buhla in ihrer Begrüßung die Unabhängigkeit der Beratungsstelle auch vom betreibenden vkm deutlich unterstrich: „Wir sind uns der Verantwortung an dieser Stelle sehr bewusst. Hier gibt es ganz klare Vorgaben, dass ganz individuell nach den Bedürfnissen der Ratsuchenden beraten wird.“ Die Bedeutung der neuen Teilhabeberatung unterstrich auch noch einmal Rainer Berges, Behindertenkoordinator der Stadt Hamm: „Ich halte es für enorm wichtig, dass wir jetzt diese Beratungsstelle in Hamm haben. Der Bedarf für so eine unabhängige Beratung ist groß. Wichtig ist, dass diese jetzt bekannt wird. Gerade auch mit Familien, in denen Kinder mit Behinderungen leben, sollten wir hier in Kontakt kommen.“

Beratung durch Betroffene

Neben der Beratung durch die Fachkräfte legt die Einrichtung auch besonderen Wert auf eine Beratung durch Betroffene. „Auf Wunsch werden Ratsuchende durch Menschen in vergleichbaren Lebenslagen mit ähnlichen Erfahrungen beraten. Dies sogenannten Peer-Berater verfügen über ein persönliches Erfahrungswissen und eine Glaubwürdigkeit, die es Ratsuchenden oft ermöglicht, sich ihrem Gegenüber leichter zu öffnen. Dieser gegenseitige Austausch ist sehr wertvoll für alle Seiten“, betonte Monika Dirks von der kooperierenden Selbsthilfe-Kontaktstelle Hamm. Ratsuchende können ab sofort die offenen Sprechstunden montags, dienstags und freitags von 9 von 12 Uhr oder mittwochs von 9:30 bis 12:30 Uhr nutzen. Darüber hinaus besteht – etwa auch für Arbeitnehmer – die Möglichkeit, Termine telefonisch zu vereinbaren (Telefon 02381/339040). Weitere Informationen zur Teilhabeberatungsstelle finden sich im Internet unter www.teilhabeberatung-hamm.de.