Ein gutes halbes Jahr ist nun seit Einzug unserer Klientinnen*innen in unser Wohnprojekt in Westtünnen vergangen. 18 Wohneinheiten sind belegt, die Betreuer*innen sind rund um die Uhr im Dienst, für viele Klienten*innen ist Westtünnen als Sozialraum neu.

Obwohl es für einige der erste Schritt in das selbstbestimmte Wohnen ist, ist die Stimmung trotz der Corona-Pandemie und den entsprechenden Einschränkungen gut. Viele Ideen, die es zur Adventszeit gab, konnten nicht sofort umgesetzt werden. Kreative Lösungen mussten her: Kleinstgruppen in mehreren Schichten, besondere Abstandsregeln und Maskenpflicht ermöglichten es, die Adventszeit eingeschränkt zu gestalten. So wurden Plätzchen gebacken, Christbaumkugeln selber gestaltet, ein inklusiver Gottesdienst in der Stephanuskirche wurde corona-konform gefeiert.

Blumen Bintig in Westtünnen stellte dem Wohnprojekt 15 Weihnachtssterne zu Verfügung, die die Klienten*innen in Verbindung mit einem Spaziergang im Sozialraum verteilten. Hierbei wurden viele Gespräche mit der Nachbarschaft geführt. Da leider bisher kein Eröffnungsfest stattfinden konnte, bot sich immerhin so eine kleine Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch. Die Baumschule Klaus Biermann in Hamm-Sandbochum unterstützte das Wohnprojekt zudem mit einem Weihnachtsbaum, der auf der Außenfläche aufgestellt und von den Klientinnen und Klienten geschmückt wurde. In die selbstgestalteten Christbaumkugeln, konnte jeder Klient einen Wunsch für die Zukunft verstecken.

Der Höhepunkt der Vorweihnachtsaktion war das Corona-konforme Balkonkonzert unserer Musikgruppe, bestehend aus Hausmeister Josef Ottmann und der Betreuerin Christiane Krause. Die Bewohner*innen des Wohnprojektes, begaben sich zu einer abgesprochenen Zeit auf ihre Balkone und Terassen. Somit hatten sie die perfekte Sicht auf den Garten, in dem dann mit entsprechendem Sicherheitsabstand und Mund-Nasen-Schutz, Weihnachtslieder, Instrumentalstücke und Geschichten dargeboten wurden. Um die Weihnachtsstimmung perfekt zu machen, bekam jeder Bewohner passend warmen Kakao, Plätzchen und Popcorn. Ein kleines Maß an Normalität zu bieten war das erklärte Ziel am Ende eines turbulenten Jahres 2020 – und das wurde voll erreicht.

Jetzt blickt das Wohnprojekt mit großer Hoffnung auf 2021. Geplant sind unter anderem Projekte mit dem ASH, eine Filmgruppe, eine Gruppe zur Stärkung der Gesundheitskompetenz und viele weitere Aktionen sind in Planung, um die Selbstbestimmtheit im Leben der Bewohner*innen zu stärken.