Ein Tag mit

In dieser Rubrik begleiten wir die Menschen beim vkm - also Klienten*innen genauso wie Mitarbeiter*innen - an einem ganz normalen Tag; oder vielleicht auch an einem nicht ganz so normalen. In jedem Fall wollen wir ganz im Sinne unseres Leitspruchs "Volle Kraft Menschlichkeit", mehr über all diejenigen erfahren, die bei uns im Vordergrund stehen: Die Menschen beim vkm Hamm e. V.!


 

"Wichtig, mit ihr zu sprechen"

Melanie Ruhnke mit vkm-Mitarbeiter Sebastian Beitz. -  Foto: vkmMelanie Ruhnke mit vkm-Mitarbeiter Sebastian Beitz. - Foto: vkm

Melanie Ruhnke ist 40 Jahre alt und an MS erkrankt. Sie wird seit rund zehn Jahren durch den vkm Hamm betreut. Mittlerweile hat sie einen Pflegedienst, eine individuelle Schwerstbehinderten -Betreuung (ISB) und den vkm für die ambulante Betreuung. Außerdem arbeitet sie in der Werkstatt der Lebenshilfe. Für das vkm-Magazin berichtet sie von ihrem Alltag.

„Als erstes kommt morgens der Pflegedienst und gibt mir Medikamente. Um 7.30 Uhr kommt der ISB-Dienst. Die Mitarbeiterin wäscht und pflegt mich und zieht mir die Thrombose-Strümpfe an. Ich habe hier auch Bezugsbetreuerinnen, die immer zu mir kommen. Nach der Pflege fährt sie mich mit meinem Rollstuhl in die Küche. Hier wird mir ein Joghurt gereicht. Außerdem bekomme ich durch einen Schlauch Nahrung direkt in dem Magen. Normalerweise werde ich dann von dem Fahrdienst abgeholt und in meine Gruppe der Werkstatt der Lebenshilfe Hamm gebracht. Dies geht leider im Moment wegen Corona nicht. Hier würde ich dann von 11 bis 13 Uhr mitarbeiten, bis der Fahrdienst mich nach Hause bringt.

Hartmut Röhler hat wegen Corona seine Küche entdeckt. - Foto: vkmHartmut Röhler hat wegen Corona seine Küche entdeckt. - Foto: vkmAls Pantoffelking vor dem PC

Ich habe mich entschlossen, einen meiner fünf arbeitsfreien Tage pro Woche zu beschreiben. Wer mich kennt, weiß, dass jetzt kein nüchterner Bericht eines meiner Tagesabläufe folgen wird. Dann würde ich ja auch das Thema verfehlen. Denn ich soll ja beschreiben, wie ich den Tag erlebe. Und das schließt ja meine Empfindungen zwangsläufig mit ein.

Los geht´s: An meinem freien Tag stelle ich mir in der Regel keinen Wecker. Es genügt, wenn ich mich von der Sonne wecken lasse. Die Sonne kitzelt sanft meine Nasenspitze, denn da kommt sie gut dran, da ich auf dem Rücken schlafe und mir nicht die Decke bis über den Kopf ziehe. So, das reicht, um den Teil des Tages zu beschreiben, an dem ich noch passiv bin. Jetzt wird es ernst. Ich beginne den Tag mit meiner morgendlichen Badezimmerrunde. Das ist aber noch kein gelungener Start in den Tag Der kommt jetzt, denn vom Badezimmer geht es direkt zur Kaffeemaschine, erst einmal ein paar „Tropfen“ meines Lebens Elixiers kochen.