Logo MinaLogo MinaIm Frühjahr 2020 erreichte den vkm der Aufruf des Bundesverbands, sich für eine Prozessbegleitung im Rahmen des Projektes „Ehrenamt in Vielfalt“ zu bewerben. Dieses Projekt wurde gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und fand in Kooperation mit unserem Bundesverband statt. Eine Chance, die wir gerne nutzten, um unser Know-How an der Schnittstelle Migration und Behinderung zu vertiefen.

Gemeinsam mit zwei weiteren Einrichtungen bekamen wir den Zuschlag und machten uns mit einer engagierten Arbeitsgruppe vor über einem Jahr auf den Weg. Der Verein MINA-Leben in Vielfalt begleitete uns durch den Prozess – von der Bedarfserhebung bis zur Entwicklung konkreter Projekte. Seit über zehn Jahren setzt sich MINA bereits für die Förderung der Hilfe für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund ein und verfügt auf diesem Gebiet über viel Erfahrung, die uns sehr zu Gute kam.

Wir führten Interviews mit geflüchteten Menschen, Familien und Müttern mit Migrationshintergrund, die von einer Behinderung betroffen sind oder Kinder mit Behinderungen haben. Ausgehend von den Schilderungen, Wünschen und Bedarfen entwickelten wir Schritt für Schritt sowohl einen Sprachkurs für Mütter mit Kindern mit Behinderungen als auch die parallel stattfindende Kindergruppe „Bunte Bande“. Dass wir beide Ideen dann schnell in die Tat umsetzen konnten, haben wir zwei Fördergebern zu verdanken: Die Werkstadt für Demokratie stellte die finanziellen Mittel für die „Bunte Bande“ zur Verfügung und das Kommunale Integrationszentrum einen engagierten Sprachlehrer.

Gruppenfoto zum Abschluss: Die Teilnehmer:innen des Treffens in Berlin. - Foto: vkmGruppenfoto zum Abschluss: Die Teilnehmer:innen des Treffens in Berlin. - Foto: vkm

Zum Abschluss des Prozesses reisten wir nun im Oktober zwei Tage nach Berlin um vor Ort in den Räumlichkeiten von MINA unser Projekt vorzustellen und ins Gespräch mit den anderen Einrichtungen zu kommen, die ebenfalls an der Prozessbegleitung teilgenommen hatten. Durch den intensiven Austausch konnten wir von den Erfahrungen der anderen profitieren und neue Ideen und Denkansätze entwickeln.

Ein Highlight stellte auch der Besuch in den Räumlichkeiten von MINA dar sowie die Möglichkeit, dort mit allen „MINAs“ ins Gespräch zu kommen und Einblicke in die vielseitige Arbeit des Vereins zu erhalten. Alle Kolleg:innen begegneten uns mit großer Herzlichkeit aber auch mit geballtem Fachwissen und Kompetenz.

Insgesamt haben wir durch den Prozess zwei tolle Angebote entwickelt, aber auch unseren Horizont erweitert. Wir haben gelernt, wie wertvoll es ist, bei den Bedarfen zu beginnen und nicht bei den Lösungsvorschlägen. Wir haben uns außerdem intensiv mit den Lebenswelten und Wünschen der Zielgruppe befasst und dadurch viel gelernt.

Gemeinsam mit MINA haben wir uns auf den Weg gemacht und möchten diesen nun weitergehen, um als Verein auch für Menschen mit Migrationshintergrund eine verlässliche Anlaufstelle bieten zu können.